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Technische Daten

 
WARUM KEINE NORMALEN SICHERHEITSSTIEFEL?
  • Bei 5000 V kann elektrischer Strom Abstände von 40 mm überspringen (Bogenüberschlag)
  • Die Sohle eines normalen Sicherheitsstiefels oder -schuhs ist üblicherweise weniger als 10 mm dick und besteht aus antistatischem Material, das nicht elektrisch isolierend ist
  • Der obere Teil von Sicherheitsstiefeln leitet im nassen oder feuchten Zustand Elektrizität. Dies schließt Materialien wie wetterbeständiges Leder ein, da die wasserdichte Beschichtung dünn ist und leicht beschädigt werden kann
  • Durch Transpiration kann Leder feucht genug werden, um einen Test nach EN 50321 fehlschlagen zu lassen
  • Aus diesem Grund schreibt EN 50321 die Höhe des Stiefels oder Schuhs vor, und dass der Fuß im Schuhwerk eingeschlossen sein sollte.
Dielectric Boots vs Normal Safety Boots
DIELEKTRISCHE STIEFEL VERGLICHEN MIT SCHUTZMATTEN

Elektrisch isolierendes Schuhwerk stellt nur einen Teil Ihrer Personenschutzausrüstung dar. Dielektrische Stiefel sollten möglichst in Verbindung mit elektrisch isolierenden Handschuhen, Werkzeugen und Matten verwendet werden. Dielektrische Handschuhe sind in EN 53021-1:2018 in dieselben Klassen wie die Stiefel eingeteilt. Handschuhe sind häufig der erste Berührungspunkt mit potenziell gefährlichen Hochspannungsanlagen.

Dielektrische Matten werden oft zum Abdecken spannungsführender oder potenziell gefährlicher Teile verwendet. Dielektrische Matten haben jedoch Grenzen. Sie lassen sich nicht selten sehr schwer transportieren, sind sperrig und erhöhen das Risiko für Arbeitende, die keine Matten verwenden. Es kann auch leicht vorkommen, dass der Arbeitende versehentlich danebentritt, besonders, wenn die Gefahr herabfallender Gegenstände besteht. Dielektrisches Schuhwerk bietet volle Bewegungsfreiheit für den Arbeitenden und ist nicht auf die Fläche der Isoliermatte begrenzt. Daher sollte dielektrisches Schuhwerk immer dann getragen werden, wenn Sie dielektrische Matten einsetzen. Sie bieten eine zusätzliche, redundanzbedingte Schutzschicht.

Das leuchtend gelbe und grüne Verbundmaterial von dielektrischem Schuhwerk ist hochgradig sichtbar, sodass Vorgesetzte auf einen Blick erkennen können, dass PSA getragen werden.

WO WERDEN SIE EINGESETZT?
  • Im Kraftwerk und im Verteilernetz (z. B. Western Power, EDF und National Grid)
  • Elektrische Transportsysteme, zum Beispiel Eisenbahnen
  • Versorgungsunternehmen, bei denen beim Graben oder Fräsen das Risiko einer Durchtrennung der Stromkabel besteht
  • Umspannwerke, in denen Strom überspringen kann (zum Beispiel Krankenhäuser und in der Schifffahrt)
  • Windkraftanlagen
  • Dielektrische Stiefel sollten für den Fall, dass die erste Barriere versagt, zusammen mit einer zweiten Barriere eingesetzt werden.
SO WERDEN ELEKTRISCH ISOLIERENDE STIEFEL GETESTET

Die Hersteller sind verpflichtet, jedes einzelne Stück Schuhwerk gemäß EN 50321-1:2018 zu testen. Bei diesen Tests wird der Stiefel unter anderem mit Wasser gefüllt und in Wasser untergetaucht. Im Stiefelinneren wird eine Elektrode befestigt und eine zweite Elektrode mit dem Metallrahmen des Tauchbades verbunden. Dann wird eine Prüfspannung angelegt. Die Stiefel werden drei Minuten lang bei der entsprechenden Leckstromprüfspannung ihrer Kategorie (siehe Tabelle unten) geprüft, wobei der Leckstrom den maximal zulässigen Wert der Kategorie nicht überschreiten darf.  Bei zertifizierten Stiefeln wird die Spannungsfestigkeits-Prüfspannung angelegt, aber hierbei handelt es sich um einen zerstörenden Test.

Workmaster™ testet alle seine Stiefel und Überstiefel standardmäßig bei einem Wechselstrom. Auf Wunsch sind jedoch auch Gleichspannungstests durchführbar.

Klasseneinstufung Maximale Arbeitsspannung Spannungsfestigkeits-Prüfspannung Leckstrom-Prüfspannung Maximaler Leckstrom
Klasse 00 500V 5kV 2.5kV 3mA
Klasse 0 1kV 10kV 5kV 5mA (8mA)
Klasse 1 7.5kV 20kV 10kV 10mA (16mA)
Klasse 2 17.5kV 30kV 20kV 18mA
Klasse 3 26.5kV 40kV 30kV 20mA
Klasse 4 36kV 50kV 40kV 24mA
AUTOMAT ZUM DURCHFÜHREN DIELEKTRISCHER TESTS AN WORKMASTER STIEFELN
NACHTESTEN VON DIELEKTRISCHEM SCHUHWERK

Nur wenige Menschen wissen, dass Anhang B2 des Standards für dielektrisches Schuhwerk - EN 50321-1:2018 (elektrisch isolierendes Schuhwerk für das Arbeiten an Niederspannungsanlagen) es erfordert, dass jegliches zugelassenes dielektrisches Schuhwerk alljährlich nachgetestet wird.

Jedes Paar dielektrischer Stiefel wird in der Produktion gemäß den Methoden des EN 50321 Standards getestet. Ein Teil dieses Tests, der ‚Prüfspannungstest‘, sollte nach Inbetriebnahme der Stiefel jährlich (oder bei Abweichungen in dem Abstand, der in der Landesvorschrift vorgesehen ist), zusammen mit einer gründlichen Sichtprüfung der Stiefel durchgeführt werden.

Der Prüfspannungstest erfordert, dass der Stiefel bis zu einer Höhe von 4 cm unter dem oberen Rand mit Wasser befüllt und bis zu derselben Höhe in einen Behälter mit Leitungswasser getaucht wird. In den Stiefel wird eine Messsonde gesteckt und der Kreislauf mit einer geerdeten Elektrode im Wasserbehälter geschlossen. Bei einem routinemäßigen Test der Klasse 0 wird für die Dauer einer Minute eine Spannung von 5 kV angelegt, wobei der durch die Sonde fließende Strom bei einem Formstiefel unter 5 mA liegen muss.

Das ist der Grund, warum bei Workmaster™ Stiefeln neben der CE-Kennzeichnung am Stiefel der nächste Inspektionstermin vermerkt ist. Diese Anforderung muss sämtliches mit dem CE-Kennzeichen versehenes Schuhwerk aller Hersteller erfüllen. Wenn Stiefel nicht nachgetestet werden, sind sie nicht mehr normgerecht.

PFLEGE ISOLIERENDER STIEFEL

Stiefel sollten nach Gebrauch abgespült werden, insbesondere dann, wenn sie mit aggressiven Chemikalien oder anderen Kontaminanten in Berührung gekommen sind. Wird isolierendes Schuhwerk nach Gebrauch nicht regelmäßig abgespült, können Schäden auftreten, wenn die Chemikalien nicht vom Stiefel entfernt wurden.

Das Innenfutter der Stiefel sollte regelmäßig mit einem milden Waschmittel gereinigt werden. Die Einlagen in Workmaster™ Stiefeln können herausgenommen werden und sind maschinenwaschbar.

Dielektrisches Schuhwerk ist vor der Verwendung zu überprüfen. Die Sichtprüfung der Stiefel ist deshalb so wichtig, weil Stiefel, die Mängel wie Einschnitte aufweisen, möglicherweise nicht den angegebenen Schutz bieten und den Träger einem Risiko aussetzen. Beschädigte Stiefel sollten ersetzt werden.